Botswana
31 10 2010In Botswana haben wir zuerst im Chobe NP einen Boot Gamedrive gemacht, bei dem wir v.a. sehr viele Elefanten gesehen haben, die aber leider nicht und nicht den Fluss überqueren wollten, denn schwimmende Elefanten wären doch etwas Besonderes gewesen…
Von Chobe sind wir nach Maun zum Okovangodelta gefahren, wobei wir uns dafür entschieden haben, keine Fahrt ins Delta mit den Mokuro Holzbooten samt Übernachtung sondern nur einen Rundflug über das Delta zu machen und stattdessen den Pool beim zum Campingplatz gehörenden 4 Sterne Hotel zu nutzen. Der Rundflug war sehr cool und neben riesigen Elefantenherden und einigen Magen kitzelnden Flugmanövern war v.a. die unglaublich weite und abgeschiedene Deltalandschaft ziemlich beeindruckend.
Die restlichen Tage am Pool waren sehr entspannend und Simbabwe, aufgrund von Diamantenvorkommen und einer einigermaßen nachhaltigen Politik eine Art Musterland im Süden Afrikas, wäre auch sehr positiv in Erinnerung geblieben, wäre am letzten Abend nicht noch ein schrecklicher Unfall passiert. Eigentlich unvorstellbar, aber im wahrscheinlich nicht einmal 7×15 Meter kleinen und maximal 2 Meter tiefen Pool ist mehr oder weniger vor unseren Augen ein südafrikanischer Tourist ertrunken. Rund um den Pool standen Liegen und Tische mit Leuten und im Pool haben Kinder gebadet und niemand hat mitbekommen, dass der Südafrikaner (wie sich später herausstellte ein Nichtschwimmer, der angeblich ein paar Bier intus hatte) Probleme hatte.
Erschreckend war vor allem auch wie langsam und gleichgültig die Hotelangestellten und andere Hotelgäste (manche haben 20 Meter neben den Wiederbelebungsversuchen und verzweifelten Schreien der Angehörigen weiter Fußball geschaut und sich ein neues Bier bestellt) auf den Unfall reagiert haben. Hätten nicht Leute von unserem Truck Wiederbelebungsversuche unternommen, wäre wahrscheinlich gar nichts passiert, bis die Rettung eingetroffen ist. Aber auch die Rettung hat fast eine halbe Stunde benötigt, obwohl Maun die zweit- oder drittgrößte Stadt in Botswana ist und nur rund 5 Minuten vom Hotel entfernt war. Wie sie dann gekommen ist, waren auch noch die Batterien für das Reanimiergerät leer! Es wäre wohl so oder so zu spät gewesen, aber es hat nur noch deutlicher gemacht, dass man in Afrika besser keinen Unfall hat und dringend Hilfe benötigt.
Auch beim Umgang mit der Leiche konnte man beobachten, dass es in anderen Länder andere Sitten gibt, denn die Polizei hat die Leiche fast drei Stunden zugedeckt am Pool liegen lassen!