Update

31 10 2010

Liebe Leute,

endlich haben wir heute Zeit und Internet gefunden, um unseren Blog wieder einmal zu aktualisieren.

Wir befinden uns gerade in St. Lucia im Zululand von Südafrika und lassen uns die Sonne auf den Bauch scheinen – haben aber durchaus neidisch mitbekommen, dass man daheim schon Skifahren kann!

Wir hoffen euch gehts genauso gut wie uns und die unten eingestellten Artikel seit den Viktoriafällen, die wir tw. schon vor Wochen verfasst haben, geben euch einen kleinen Einblick in unser Reiseleben. Fotos gibts hoffentlich auch noch heute…..



Swaziland

31 10 2010

Von Mosambik gings über einen nochmaligen Stop im Krüger (diesmal leider kein Leopard) für 2 Tage nach Swaziland. Das Königreich Swaziland, das laut Reiseführern sehr traditionsbewußt und weniger touristisch als seine Nachbarländer sein sollte, hat sich uns ganz anders als erwartet dargestellt. Sehr touristisch, modern und gepflegt, sehr gute Infrastruktur, äußerst kreative Künstler und freundliche Leute, und landschaftlich sehr schön dargestellt, da es von Steppen bis zu (nicht sehr hohen) Bergen alles gibt.

Kulinarisch hat uns das von einem Schweizer mit deutschen Küchenchef geführte Restaurant Calabash sehr überzeugt. Laut Sylvia gibts dort gemeinsam mit dem Plachutta das beste Kalbswienerschnitzel der Welt.

Wenn man in der Gegend ist und Zeit hat ist Swaziland durchaus sehenswert, absolutes Muss ist es aber nicht.



Mosambik

31 10 2010

Nach dem Krüger ging es über die Grenze nach Mosambik. Aufgrund der langen Grenzformalitäten und schlechter als erwarteter Straßen haben wir es bei Tageslicht nicht zu unserem eigentlichen Ziel nach Tofo geschafft und haben daher unterwegs eine Unterkunft suchen müssen, was sich als nicht so einfach herausgestellt hat. Ein einheimischer, kaum des Englischen mächtiger Typ, den wir auf der Straße aufgegabelt haben, hat uns letztendlich aber bei Dunkelheit auf einer für Allrad ausgelegten Sandpiste zu einem von einem 70jährigen, pensionierten südafrikanischen Paar neu gegründeten Resort begleitet, das in the middle of nowhere an einem See gelegen ist und aufgrund fehlender Lizenz eigentlich noch gar niemanden hätte beherbergen dürfen. Unserem Begleiter war die nächtliche Fahrt durch Palmenwälder aufgrund der Zentralverriegelung, die sich beim Fahren automatisch einschaltet, mindestens so unheimlich wie uns. Letztendlich war das ganze aber ein Glücksfall, denn die beiden Südafrikaner waren unglaublich nett und haben uns sehr interessante Einblicke in die unterschiedlichen Lebensumstände in Mosambik und Südafrika gewährt.

So sei der Hauptgrund für die Übersiedlung nach Mosambik die gefährliche und unüberschaubare Sicherheitslage in Südafrika gewesen, die sie mit grausigen Mordgeschichten unterlegt haben, wo Menschen wegen Handys und sogar weniger gefoltert und umgebracht wurden. Sie hätten sich nicht mehr getraut, in ihrem Haus in der Nähe von Nelspruit (eigentlich würde man vermuten, dass das eine vermeintlich sichere Gegend, d.h. Keine riesige Stadt und weit weg von Johannesburg) ohne Pistole in ihrem Garten beim Grillen zu sitzen, weil in der Nachbarschaft immer wieder etwas passiert sei. Mosambik dagegen sei sehr sicher und sie haben keine bedenken sich unter ausschließlich Schwarzen zu bewegen, wobei sie auch zuvor schon betont haben, dass die Gewalt in Südafrika, die v.a. von Immigranten ausgehe, nicht nur gegen Weiße gerichtet sei, sondern gegen jeden, der etwas besitzt (und sei es nur ein Handy), unabhängig von der Hautfarbe. Diese Geschichten scheinen für einen Touristen, der zum Glück bisher damit nicht direkt konfrontiert wurde und auch nicht täglich Horrorgeschichten in den Nachrichten hört, auf den ersten Blick überzogen und mit etwas Paranoia versetzt, wenn man diese Geschichten aber immer wieder bestätigt bekommt, ergibt das schon ein etwas mulmiges Gefühl….

Aber wie auch immer – wir waren danach 5 Tage in Tofo und haben uns den Traum eines jeden Tauchers erfüllen können: tauchen und schnorcheln mit Walhaien und Mantas! Der Walhai war anscheinend noch recht jung und „nur“ rd. 6m lang, aber dafür sehr neugierig und sehr beeindruckend, die Mantas haben einen Meter über uns ihre Kreise gezogen und sind vor Neugier auch immer wieder zurückgekommen. Die an der Küste vorbeiziehenden Buckelwale waren da nur noch Draufgabe. Tofo ist seit Jahren als „der“ Ort für Walhaie und Mantas bekannt, die Infrastruktur mit ein paar rudimentären und v.a. Bachpacker-Unterkünften und einem kleinen Markt ist aber noch immer mehr als bescheiden, der nächste funktionierende Bankomat ist z.B. 30 km entfernt in Inhambane und Strom gab es zwischendurch auch immer wieder einmal nicht. Im Nachbarort Barra gibt es noch weniger, dafür sind die Strände und Dünen in beiden Orten unberührt, fast menschenleer und einmalig schön.

Nach Tofo gings weiter nach Norden nach Vilanculos, zum Ausgangsort zu den Bazaruto Inseln (Nationalpark). Die Inseln waren einfach unglaublich und die Strände kommen für Christian gleich nach dem Whitehaven Beach in Australien aber noch vor den karibischen Stränden an Nummer 2 der (bisher) besuchten schönsten Strände der Welt. Auch das Tauchen am 2 Mile Reef war ein Traum, zwar keine Großfische wie in Tofo dafür aber die beste Unterwassersicht, die man sich vorstellen kann, wunderschöne und extrem gut erhaltene Korallen, Schildkröten, Devil’s Rays (quasi kleine Mantas), Delphine, etc….

Am Rückweg nach Südafrika waren wir dann noch 2 Tage in Zavora, etwas südlich von Tofo, wo es noch weniger Infrastruktur (eigentlich nur eine vernünftige Unterkunft mit Restaurant und Tauchschule) dafür aber noch mehr Mantas gab!

Infrastruktur in Mosambik ist außerhalb der größeren Städte (die Hauptstadt Maputo ist teilweise sehr modern, großteils aber eher schäbig) so gut wie nicht vorhanden, abgesehen von der Hauptverbindung von Norden nach Süden gibt es fast nur Sandstraßen, wo unser Polo teilweise sehr gelitten hat und auch ein paarmal steckengeblieben ist. Die Menschen am Land haben sehr sehr wenig, sind aber freundlich, in größeren Ortschaften wie Vilanculos sind sie dafür sehr aufdringlich, wenn sie Touristen sehen. Die Preise am Land außerhalb von Touristenlokalen sind unglaublich niedrig. Für 2 EUR haben wir über 2 Kilo frisch geerntete Austern bekommen, für einen EUR mehr hat sie der Küchenchef in der Unterkunft dann auch noch zubereitet: so lässt es sich aushalten!

Mosambik ist zusammenfassend eigentlich nur für Taucher interessant, denn trotz der schönen Strände mit Dünen und unglaublich vielen Palmen ist die mangelnde Infrastruktur und Verfügbarkeit von vermeintlich alltäglichen Dingen (in Vilanculos, wo es sogar einen internationalen Flughafen gibt, war es nicht möglich Duschgel oder Sonnencreme zu bekommen) ansonsten einfach zu nervig. Für Taucher gibt’s aber kaum etwas Besseres.



Südafrika – Teil 1

31 10 2010

Am 8. Oktober sind wir von Kapstadt nach Johannesburg geflogen und haben uns dort ein Mietauto (eine VW Polo Limousine mit Stufenheck – gibt’s die bei uns überhaupt?) genommen. Zuerst haben wir das wirklich beeindruckende Apartheid Museum besucht und dann die Nacht in Soweto verbracht. Soweto ist die größte Township in Südafrika und war das Zentrum des Widerstandes gegen das Apartheid Regime. Nelson Mandela hatte dort ein Haus (heute ein Museum) in der Vilakarzi Road nur 100 Meter vom Haus von Erzbischof Tuto entfernt, womit die Vilakazi Road die einzige Straße weltweit ist, in der 2 Friedensnobelpreisgewinner gewohnt haben. Am nächsten Tag haben wir eine Fahrradtour durch Soweto gemacht und über die enormen Unterschiede auf engstem Raum gestaunt, denn Rund um die Vilakazi Road, das sogenannte Beverly Hills von Soweto, sind vor den Bars schwarze Einheimische mit Ferraris und Lamborghinis oder zumindest BMW’s auf und ab gefahren, nur unweit davon hausen Leute in Bruchbuden ohne Strom und fließend Wasser (angeblich gibt es 30 „Wasserstellen“ für 30.000 Leute). Die Einheimischen waren extrem freundlich, wir haben uns nie unsicher gefühlt und wir hatten immer den Eindruck, dass sie sich richtig gefreut haben, dass sich Weiße für ihr Schicksal interessieren. Eine alte Frau wollte unbedingt ein Foto mit uns machen und hat gesagt: „thank you for coming, tell the world we are suffering!“ Wie wir schon in den Reiseführern gelesen haben und auch von unserem Guide bestätigt bekommen haben, kommen leider nur selten weiße Südafrikaner nach Soweto und auch ein Südafrikaner, den wir später in Mosambik getroffen haben, hat uns nur ganz ungläubig angeschaut und gemeint, dass er nie und nimmer nach Soweto fahren würde, ob wir wahnsinnig und lebensmüde sind….wirklich schade und leider ein Zeichen dafür, dass die gelebte Rassentrennung in Südafrika noch lange nicht überwunden ist. Es gibt laut unserem Guide aber auch unter den ärmsten Schwarzen noch sehr große Unterschiede hinsichtlich Lebensqualität, denn so wie überall auf der Welt versuchen Regierungsparteien zuerst ihre Wähler zu unterstützen, sodass die allerletzten die Hilfe bekommen die Schwarzen nicht ANC Anhänger sind.

Nach Soweto sind wir nördlich von Johannesburg zur sogenannten „craddle of humankind“ gefahren und haben dort Ausgrabungsstätten unserer Urvorfahren besucht. Nach einem Zwischenstopp in Pretoria ging es dann zur Panoramaroute rund um Sabie und dem Blyde River Canyon, für den dasselbe wir für den Fish River Canyon gilt – wirklich schön aber neben dem Grand Canyon eben nur ein Canyon für Arme.

Das nächste wirkliche Highlight war der Krüger Nationalpark, den man mit dem eigenen Auto befahren kann. Nach knapp 5 Minuten ist uns schon das erste Nashorn über den Weg gelaufen und auch die ersten Löwen und Elefanten haben nicht lange auf sich warten lassen. Büffel, Hippos, Giraffen, etc. gab es sowieso Unmengen und als wir dann einen Tipp bekommen haben, dass zwei Leoparden ganz in der Nähe sein sollen, haben wir geistig schon die Big Five abgehackt. Die Leoparden waren aber leider schon weg, nur noch Gedärme und Haut waren in den Bäumen zu finden. Nach weiteren 15 Nashörnern inkl. Baby Nashorn, zig Elefanten, Giraffen, etc. und einer schon grantigen Sylvia, die den Park unbedingt verlassen wollte und nicht mehr an einen Leoparden geglaubt hat, war es dann 2 KM vor dem Parktor so weit – ein Leopard ist in aller Ruhe direkt vor uns über die Straße gelaufen. Die Big Five an einem Tag, was will man mehr!



Resümee Truck Tour

31 10 2010

Nach 71 Tagen ist unsere Trucktour nun zu Ende gegangen. 71 Tage, die wie im Flug vergangen sind und uns aufgrund der zahlreichen Highlights absolut positiv in Erinnerung bleiben werden. Das Highlight schlechthin waren sicher die Berggorillas, gefolgt von den Vic Falls (Devil’s Pool, Microlight Flug und Lionwalk), den oft wirklich sensationellen Gamedrives und nicht zuletzt den Sanddünen (Sandboardn und Quadbiken) in Namiba.

Es war bestimmt auch die richtige Idee, in diesem Teil der Welt eine Overland Trucktour zu machen, eine selbstorganisierte Reise hätte aufgrund der mangelnden Infrastruktur und der zahlreichen Sicherheitsthemen viel mehr Planung und Vorbereitung benötigt und sicher auch viel mehr Nerven gekostet. Außerdem hätten wir rund 9000 KM selber fahren müssen, hätten nicht so viele coole Leute von all around the world wirklich gut kennengelernt (insgesamt haben inkl. uns nur 5 Leute die volle Tour von Nairobi rund um den Viktoriasee nach Kapstadt gemacht, alle anderen haben entweder später angefangen oder früher aufgehört), von denen wir einige im weiteren Verlauf unserer Reise hoffentlich irgendwo wieder einmal treffen werden und es wäre am Ende des Tages wohl auch nicht billiger gewesen.

Wir haben uns letztendlich um nichts kümmern müssen, außer zu entscheiden, welche optionalen Touren wir machen wollten, sodass alle diese Vorteile die Nachteile bei weitem übertreffen. Nachteilig war sicher die mangelnde Flexiblität im Tourplan (z.B. ein paar Tage mehr auf Sansibar und stattdessen weniger Zeit am Lake Malawi und am Hausboot am Lake Kariba wären im Nachhinein besser gewesen) und in einer großen Gruppe muss man sich hin und wieder halt auch unterordnen, z.B. beim Kochen, beim Zeitplan, etc… Es war sicher auch angenehmer wenn weniger Leute am Truck waren (die Gruppengröße variierte zwischen 12 und 28 Personen), denn einerseits war natürlich viel mehr Platz (2 Sitzplätze für jeden, mehr Stauraum im Truck, etc.) und andererseits musste viel weniger Zeit für Kochen und Abwaschen aufgewendet werden. Das Kochen an sich war meistens aber sehr lustig und wir haben eigentlich immer gut bis sehr gut (Springbock und Hippo sind echte Delikatessen!!!) und sehr abwechslungsreich gegessen. Und nicht nur das, wir haben jedenfalls auch zu viel gegessen, denn abgesehen von den täglichen gemeinsamen Frühstücken und Abendessen, die meist recht spät und kurz vorm Schlafengehen stattgefunden haben, hat halt auch dazwischen immer irgendwer irgendwas gegessen und man war ständig verleitet sich auch was einzuwerfen….

Ans Campen haben wir uns auch schnell gewöhnt, bestimmt war es angenehmer, wenn man nicht jeden Tag das Zelt auf- und abbauen musste und wenn es eine warme Dusche gab, aber man lernt recht schnell seine Ansprüche zurückzuschrauben und es war vom Verlauf der Tour her ja auch so, dass sich der Standard tendenziell immer verbessert hat und wir zuletzt auch öfters länger an einem Ort geblieben sind. Haben wir am Anfang noch jede Möglichkeit zum upgrade in ein Bett genutzt, war uns das später dann nicht mehr so wichtig bzw. oft auch das Geld einfach nicht mehr wert.

In Summe können wir eine uneingeschränkte Empfehlung für eine Tour mit Absolute Africa aussprechen, denn die meisten der zahlreichen anderen Tourveranstalter machen mehr oder weniger dieselbe Route zu einem höheren Preis aber in knapp 2 Wochen weniger, was aus unserer Sicht zu stressig ist, weil man hin und wieder einfach eine Pause braucht und gerne länger an einem Ort bleibt. Das Wichtigste und was man im Vorhinein aber auch nicht planen kann, ist die Zusammensetzung der Tourgruppe und der jeweilige Tourguide. Mit der Gruppe hatten wir wirklich großes Glück, denn die wenigen „Ungustl“ waren nicht sehr lange dabei. Bei unseren Tourguides gab es einen großen Unterschied zwischen dem ersten,Tito,und dem zweiten, Gracey. Tito war Kenianer und sah seinen Job v.a. darin, uns von A nach B zu bringen. Er war nicht sehr vorausschauend was die Planung betraf, gab von sich aus wenig Informationen und war äußerst vorsichtig was Kontakt zur lokalen Bevölkerung betraf mit ständigen Hinweisen, dass weder er noch Absolute Africa für das Risiko verantwortlich sind… Gracey war Australier und hat viel besser verstanden, was die Touristen wollten und hat dadurch vieles einfach von Haus aus besser gemacht. Außerdem war er im Gegensatz zu Tito bei fast allen Aktivitäten selbst dabei, weil er seinen Job so interpretierte, dass er für etwas, was er sowieso gerne tut, auch noch bezahlt wird.

Der Kontakt zur lokalen Bevölkerung war in Summe weniger als erwartet, denn die Sehenswürdigkeiten sind oft irgendwo in der Botanik und die Campingplätze oft regelrecht abgeschottet. Durch Besuche in Dörfern, Waisenhäusern, etc. und langen Überlandfahrten haben wir aber trotzdem einen ganz guten Eindruck von den Lebensumständen bekommen. Große Armut ist in großen Teilen (in Südafrika haben wir bisher nur reichere Gegenden gesehen, Namibia und Botswana war Großteils auch recht entwickelt) wirklich weit verbreitet, die Unterschiede zwischen Stadt und Land sind aber enorm, da die fehlende Infrastruktur am Land das Leben einfach enorm schwierig macht. Zwischen Strohhütten ohne Strom und Wasserpumpstationen mit vielen Frauen und Kindern mit gelben Plastikkanistern am Land und absolut westlichen Shoppingcentern in den Städten liegen oft nur wenige Kilometer. Westliche Preise mit afrikanischem Standard und Service sind leider auch weit verbreitet.

Die Tour ist auch ohne größere Collateralschäden zu Ende gegangen, uns ist nichts passiert und nichts gestohlen worden. Nur unsere beiden Schlafmatten (die wir eigentlich gar nicht gebraucht hätten) haben sich verabschiedet. Eine hat es überhaupt nicht nach Afrika geschafft, die zweite hat in Tansania nicht mehr wollen. Außerdem haben wir einen Ring beim Raften im Nil dem Nilgott geopfert, zwei Sonnenbrillen waren mit nur einem Bügel nicht mehr wirklich zu gebrauchen und den Display Bruch am Handy hat ein geschickter Pakistani in Südafrika auch gleich wieder repariert. Gepackt haben wir auch sehr gut, wir haben nämlich noch nichts gebraucht, was wir nicht mithatten oder kaufen konnten und fast alles benutzt was wir mithaben. Der wie eine Reisetasche zu öffnende Reuter Traveller Rucksack ist auch perfekt, da man nicht immer alles ausräumen muss, wenn man etwas sucht.

Lange Rede kurzer Sinn: dieser Teil Afrikas ist unbedingt eine Reise Wert und wir würden die Tour sofort wieder machen.



Stellenbosch und Kapstadt

31 10 2010

die letzten beiden Stops im Zuge der Trucktour waren in Stellenbosch und in Kapstadt. Stellenbosch liegt mitten im wunderschönen und mit Weinbaugebiet Südafrikas und entsprechend war auch das Programm: Weinverkostung! Wir hatten am Tag danach noch selten so wenig Kopfweh nach soviel Wein, was eindeutig für die Qualität des Weins spricht. Die Landschaft rund um Stellenbosch ist aber auch nüchtern wirklich wunderschön, sehr gebirgig und jetzt im Frühling sehr grün, Sylvia hatte sogar leichten Heuschnupfen.

Nach einem Ausnüchterungstag ging es dann nach Kapstadt, wo die Trucktour nach einem gemeinsamen Abendessen in der Longstreet zu Ende ging. Das Wetter in Kapstadt war leider nicht optimal und der Tafelberg war nur kurz hinter dichten Wolken zu sehen. Außerdem wurde die Fähre nach Robben Island aufgrund irgendeiner Betrugs- und Veruntreuungsgeschichte gecancelt und auch die Stadtrundfahrt bis nach Camps Bay in einem offenen Sightseeing Bus macht nur halb soviel Spaß wenn das Wetter nicht mitspielt, sodass es keine love at first sight mit der für vielen schönsten Stadt der Welt war. aber wir werden in etwas mehr als einem Monat ja wieder zurückkommen, sodass Kapstadt eine 2. Chance bekommen wird.



Emily

31 10 2010

Der 28.9. hat uns den Kreislauf des Lebens so richtig verdeutlicht, denn Emily, das erste Kind von Tina und Buchi, ist auf die Welt gekommen:

emily

Herzlichen Glückwunsch, wir freuen uns total für euch und wir sind sicher, Emily wird ein Model mit IQ 160 werden – aber bei diesen Eltern ja auch kein Wunder 😉



In Memoriam

31 10 2010

Leider mussten wir in Namibia bei einer der seltenen Skype Gelegenheiten erfahren, dass Christians Opa am Vormittag des 28.9. bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen ist. Diese Nachricht hat uns wie der Blitz getroffen und wir sind natürlich sehr traurig, dass wir nicht einmal am Begräbnis teilnehmen konnten, sodass wir uns hier mit dem nachfolgenden Foto von ihm verabschieden wollen:

opa

Opa, es ist schwierig zu begreifen, dass du nicht mehr da sein wirst, wenn wir wieder heimkommen werden, wir vermissen dich schrecklich und werden immer an dich denken!



Namibia

31 10 2010

Die letzten 9 Tage haben wir in Namibia verbracht. Zuerst waren wir in einem Wüstencamp bei den San Buschmännern. Das ist jener vom aussterben bedrohte Stamm (die Regierung hat ihnen verboten, Wild zu jagen, und ihnen somit mehr oder weniger die ganze Lebensgrundlage entzogen), der Klicklaute mit unterschiedlicher Bedeutung in seine Sprache eingebaut hat. Bekannt sind die San z.B. aus dem Kinofilm „Die Götter müssen verrückt sein“, wobei unser Guide mindestens so lustig war, wie der Film (ein Onkel von ihm hat angeblich auch im Film mitgespielt aber die sind wahrscheinlich alle irgendwie miteinander verwandt), v.a. als er uns Pflanzen gegen Magenprobleme und Potenzschwäche zeigte und mit vollem Körpereinsatz deren Wirkung vorspielte.

Ein anderer in Namibia heimischer Volksstamm sind die Himba, die sich mit roter Erde vor der Sonne schützen und angeblich nur „duschen“, wenn es regnet (was in der Namibischen Wüstenlandschaft sehr selten vorkommt) und sich ansonsten nur mit Rauch und jedenfalls nicht mit Wasser säubern. Schon ein überraschender Anblick, wenn man plötzlich einer Himba Lady, leicht bekleidet, oben ohne (sie nicht wir), im Supermarkt gegenübersteht!

Danach ging es zu den letzten Game Drives in den Etosha NP und die Etosha Pfanne, wo wir rund um die Wasserlöcher wieder zahlreiche Tiere sahen. Höhepunkte waren eine 13 köpfige Löwengruppe beim Trinken, ein Elefant, der mit einem einzigen lauten Geräusch ein von hundert anderen Tieren bevölkertes Wasserloch plötzlich für sich allein hatte, eine Elefantengruppe, die ihre Jungen beschützt und 2 Löwen verjagt hat, beim Trinken kniende oder gespreizt stehende Giraffen sowie einige Schwarze Nashörner, wodurch wir die Big 5 nun auch zu 100% erfüllt haben, denn wie wir lernen durften, gehört gemäß Definition nur das Schwarze und nicht das Weiße Nashorn zu den Big 5.

Etosha war aufgrund der Trockenheit und der Möglichkeit, viele Tiere an den Wasserlöchern zu beobachten (beide Campsites hatten bei Nacht beleuchtete Wasserlöcher, an denen u.a. Schwarze Nashörner und Giraffen zu sehen waren) einer der besten Nationalparks, wobei es äußerst schwierig ist, eine Wertung zu erstellen, denn immerhin haben wir mit Masai Mara, Lake Nakuru, Serengeti, Ngorongoro Krater, South Luangwa, Chobe, Okovango Delta und Etosha einige der wahrscheinlich weltweit besten Parks zur Tierbeobachtung besucht und beispielsweise 58 Löwen gesehen.

Kulinarisch haben wir uns auch weitergebildet, mittlerweile können wir nämlich auch schon Kudu, Springbock und Oryx voneinander unterscheiden!

Namibia hebt sich deutlich von den anderen bisher bereisten Ländern ab, denn aufgrund der ehemaligen deutschen Kolonialherrschaft, ist das Land v.a. in den Städten äußerst deutsch geprägt. Swakopmund zum Beispiel könnte vom Stadtbild her zu 100% eine Stadt an der Nordsee sein, alles ist deutsch beschriftet, die Supermärkte führen von Pfifferlingen aus der Lüneburger Heide, über Fleckenteufel bis zur Weißwurst einfach alles was irgendwie deutsch ist. Die Speisekarten in den Restaurants schauen auch entsprechend aus, Gulaschsuppe, Schnitzel, Cordon Bleu, Schweinsbraten und ein „Eisbein“ (wie gesagt, es ist hier deutsch nicht österreichisch), das der Stelze vom Schweitzerhaus aber absolut Konkurrenz machen könnte, haben wir und unsere Truck Kollegen selbst probiert. Die Restaurants heißen z.B. Altes Brauhaus, Erich’s Grillspezialitäten, etc. Glühwein haben wir ebenso getrunken wie Williams und Kirschwasser…..eigentlich pervers, aber nach rund zweieinhalb Monaten weg von daheim doch eine erfreuliche Abwechslung.

Rund um Swakopmund waren wir dann auch noch Sandboarden (ein Truckkollege hat sich beim Springen die Hand gebrochene) und sind die Dünen mit Quadbikes befahren, beides ein riesen Spaß, aber Skifahren werden wir heuer trotzdem vermissen! Weiter südlich waren wir dann auch noch bei den weltweit größten Sanddünen von Soussoveli und haben die Düne 45 bestiegen. Kurz vor dem Grenzübertritt nach Südafrika haben wir noch den Fish River Canyon besucht, angeblich der drittgrößte Canyon der Welt und wirklich schön aber nachdem wir letztes Jahr beim Grand Canyon waren sind alle anderen Canyons halt irgendwie nur Canyons für Arme…

Namibia hat uns in Summe bisher eindeutig am besten gefallen: es ist riesengroß, hat aber weniger als 2 Millionen Einwohner, d.h. es ist Natur pur, zwar sehr trocken aber landschaftlich unglaublich schön und last but not least die Toiletten und Campingplätze sind auf westlichem Niveau. Der einzige Schönheitsfehler ist die Temperatur des Atlantiks, zu kalt um darin zu baden, ansonsten wäre es fast ein Platz zum bleiben.



Botswana

31 10 2010

In Botswana haben wir zuerst im Chobe NP einen Boot Gamedrive gemacht, bei dem wir v.a. sehr viele Elefanten gesehen haben, die aber leider nicht und nicht den Fluss überqueren wollten, denn schwimmende Elefanten wären doch etwas Besonderes gewesen…

Von Chobe sind wir nach Maun zum Okovangodelta gefahren, wobei wir uns dafür entschieden haben, keine Fahrt ins Delta mit den Mokuro Holzbooten samt Übernachtung sondern nur einen Rundflug über das Delta zu machen und stattdessen den Pool beim zum Campingplatz gehörenden 4 Sterne Hotel zu nutzen. Der Rundflug war sehr cool und neben riesigen Elefantenherden und einigen Magen kitzelnden Flugmanövern war v.a. die unglaublich weite und abgeschiedene Deltalandschaft ziemlich beeindruckend.

Die restlichen Tage am Pool waren sehr entspannend und Simbabwe, aufgrund von Diamantenvorkommen und einer einigermaßen nachhaltigen Politik eine Art Musterland im Süden Afrikas, wäre auch sehr positiv in Erinnerung geblieben, wäre am letzten Abend nicht noch ein schrecklicher Unfall passiert. Eigentlich unvorstellbar, aber im wahrscheinlich nicht einmal 7×15 Meter kleinen und maximal 2 Meter tiefen Pool ist mehr oder weniger vor unseren Augen ein südafrikanischer Tourist ertrunken. Rund um den Pool standen Liegen und Tische mit Leuten und im Pool haben Kinder gebadet und niemand hat mitbekommen, dass der Südafrikaner (wie sich später herausstellte ein Nichtschwimmer, der angeblich ein paar Bier intus hatte) Probleme hatte.

Erschreckend war vor allem auch wie langsam und gleichgültig die Hotelangestellten und andere Hotelgäste (manche haben 20 Meter neben den Wiederbelebungsversuchen und verzweifelten Schreien der Angehörigen weiter Fußball geschaut und sich ein neues Bier bestellt) auf den Unfall reagiert haben. Hätten nicht Leute von unserem Truck Wiederbelebungsversuche unternommen, wäre wahrscheinlich gar nichts passiert, bis die Rettung eingetroffen ist. Aber auch die Rettung hat fast eine halbe Stunde benötigt, obwohl Maun die zweit- oder drittgrößte Stadt in Botswana ist und nur rund 5 Minuten vom Hotel entfernt war. Wie sie dann gekommen ist, waren auch noch die Batterien für das Reanimiergerät leer! Es wäre wohl so oder so zu spät gewesen, aber es hat nur noch deutlicher gemacht, dass man in Afrika besser keinen Unfall hat und dringend Hilfe benötigt.

Auch beim Umgang mit der Leiche konnte man beobachten, dass es in anderen Länder andere Sitten gibt, denn die Polizei hat die Leiche fast drei Stunden zugedeckt am Pool liegen lassen!