Von Ruanda aus haben wir die Grenze nach Tansania überquert und haben somit den Viktoria See umrundet. Die Route führte durch touristisch so gut wie gar nicht erschlossenes Gebiet mit entsprechend ruppigen Straßen, lokalem Essen und „basic“ Unterkünften. Die Qualität der Campingplätze variert nämlich ziemlich stark, manche haben beinahe westliches Niveau mit heißen Duschen, flushing toilets und tw. sogar (langsames) Internet, andere haben weder Strom noch fließendes Wasser. Unglaublich auch in welche Löcher wir schon gesch…..aut haben!
In der Nähe des Serengeti NP haben wir dann einen „night game drive“ und einen „morning game walk“ gemacht, was sich wie viele dieser optionalen Touren als ziemliche Verarschung herausgestellt hat. Bei der Nachtpirschfahrt ist nämlich nicht wirklich was zu sehen gewesen außer einem bushbaby (dass wir die eigentlich versprochenen „kills“ nicht sehen werden, haben uns die Guides gleich beim Einsteigen in den Jeep klargemacht) und als dann nach rund 30 Minuten auch noch der Jeep den Geist aufgegeben hat, war es sowieso vorbei…wenigstens haben wir später die Kohle zurückbekommen. Der morgendliche Rundgang war dann auch keine Tierbeobachtung sondern eine Art Pflanzenlehrpfad….zwar interessant, aber anders als angekündigt, aber darauf muss man sich in Afrika halt einstellen.
Die Serengeti war dann dafür wirklich saugeil. Anfangs wollte natürlich jeder Löwen sehen, nach dem 30. ist es dann aber schon fast langweilig geworden….Wir haben fast ausschließlich Löwinnen und Jungtiere gesehen, die dafür aber sehr nahe, z.B. eine Gruppe mit rund 20 Tieren am Ufer eines kleinen Flusses, wo sie Reste eines Beutetiers gefressen haben. Eine Löwin haben wir direkt bei der Jagd beobachtet. Sie hat es am Rande eines kleinen Teiches, in dem Elefanten gebadet haben und Krokodile geschwommen sind, auf ein paar Gazellen abgesehen und hat sich sogar unter den Jeeps versteckt, bevor sie dann einen leider erfolglosen Versuch gestartet hat, eine Gazelle zu erlegen…aber auch einen kill attempt sieht (und filmt – leider zu groß, um das Video hochzuladen) man nicht jeden Tag. Auch einige Geparden haben wir gesehen, von Giraffen, Zebras, Gnus, Hyänen, etc. sprechen wir gar nicht mehr….
Der Ngorongoro Crater war auch ein Erlebnis, auf fast 2500m war es in der Nacht schweinekalt im Zelt, dafür war die Fahrt rauf bzw. runter vom Kraterrand eine Fahrt durch die diversen Vegetationszonen, von Wüste bis Urwald war alles dabei. Im Krater haben wir dann wieder einmal ein paar Löwen (sie lagen im Rudel auf der Lauer und hatten ein paar Büffel umkreist, wir hatten aber leider nicht genug Zeit, um einen Angriff abzuwarten) und Geparden gesehen, der Höhepunkt war aber ein voll ausgefahrener, alter Elefantenpenis…..sehr imposant! Von den Big 5 fehlt uns noch der Leopard, der uns hoffentlich noch irgendwo über den Weg laufen wird.
Auf der Weiterfahrt nach Dar e Salam kamen wir auch in der Nähe vom Kilimanjaro vorbei, man konnte ihn hinter dicken Wolken aber bestenfalls erahnen. Von Dar e Salam fuhren wir mit der Fähre nach Sansibar und haben den ersten Tag in Stone Town verbracht und dort eine Gewürz Tour gemacht, die zwar sehr touristisch aber durchaus interessant war, immerhin wissen wir jetzt wo der Pfeffer wächst. Am Abend haben wir am Fischmarkt einen Haufen Seafood verdrückt, was sich am nächsten Tag am Strand leider rächen sollte, denn Christian wurde krank mit Schüttelfrost, leichtem Fieber, Kopf- und Gelenksschmerzen, eigentlich alles Anzeichen für Malaria, nachdem es am nächsten Tag aber wieder komplett vorbei war, war es wohl doch der Fisch.
Der Strand war jedenfalls sehr genial, das Wasser türkis und warm, die beiden Tauchgänge waren aber eher nur mitelmäßig, dafür haben wir aber die ersten Unterwasserfotos geschossen. In Sansibar mussten wir uns auch vom Großteil unseres Trucks verabschieden, insbesondere von Natalie und Ruddy, dem besten Spanischlehrer ever!
In einem neuen Truck und mit einigen neuen Leuten geht es nun Richtung Südafrika. Vorgestern haben wir die Grenze nach Malawi überquert und bleiben jetzt drei Tage am Lake Malawi.
Bald ist dann auch Halbzeit unserer Trucktour! In den letzten Tagen hatten wir einige lange Fahrtage, in denen wir viel Lesen, Musik hören und Spanisch lernen, denn oft sind lange Distanzen zu überbrücken und die Straßen haben nicht unbedingt die Qualität der Südautobahn, tw. zwar von der Strabag gebaut, aber halt afrikanisch…(d.h. da ist einiges an up-side Potential…wie beim Aktienkurs der Strabag!). Es macht aber trotzdem noch großen Spaß und wir erleichtern uns unser Camperleben immer wieder mal durch die eine oder andere Nacht in einem Bett, sodass wir bisher fast 1/3 der Nächte im Bett geschlafen haben.
Auch die Häufigkeit und die Qualität des Internets ist leider afrikanisch, sodass wir nicht immer alle Emails, Blogkommentare und Facebooknachrichten beantworten können, nichtsdestotrotz freuen wir uns über alle Nachrichten…Fotos kommen ’natürlich auch wieder neue, aber heute in diesem bescheidenen Internetcafe koennen wir sie nicht hochladen….