Malawi und Sambia

11 09 2010

Malawi war v.a. ein Transitland in Richtung Süden. Die Tage am Lake Malawi waren aber sehr entspannend, der See ist riesig und das Wasser war recht sauber, leider gibt’s darin aber irgendwelche scheiß Würmer, sodass es kein komplett ungetrübtes Badevergnügen war. Malawi wirkt am Land sehr rückständig und arm, umso größer war dann die Überraschung, dass die Hauptstadt Lilongwe sehr modern und westlich war. Die neuen Supermärkte (Shoprite und Game) sind absolut auf westlichem Niveau und haben dieselben Preise, sodass man sich schon fragt, wie sich die Einheimischen das leisten können. Das erste mal seit Monaten haben wir im Chicken Inn auch Fastfood gegessen, wobei zwei Burger Combos ca. USD 15 gekostet haben (aber bei weitem nicht die Qualität vom McDonalds hatten), im Restaurant aber trotzdem viele Einheimische waren.

In Malawi braucht man als Österreicher interessanterweise ein Visum, das wir schon vorab in Berlin besorgen mussten und pro Person EUR 80 gekostet hat, alle anderen Länder können gratis und ohne Visum einreisen.

Von Malawi fuhren wir nach Sambia. Zuerst in den South Luangwa National Park. Die Campsite lag direkt am Grenzfluss zum Nationalpark, in dem sich ein paar Meter unter uns Krokodile und Nilpferde getummelt haben und Elefanten zum trinken gekommen sind. Die Elefanten kamen später (als wir beim Night Game Drive waren) dann auch direkt auf den Campingplatz und haben Wäscheleinen niedergerissen und versucht in den Truck zu gelangen….aus dem Swimmingpool trinken sie sowieso regelmäßig! Die Nilpferde haben in der Nacht ihre Freude am frisch gesprenkelten grünen Gras.

Der Night Game Drive war sehr cool, denn neben üblichen Tieren wie Löwen, Elefanten, etc. haben wir endlich auch unseren ersten Leoparden gesehen, sodass die Big Five erledigt sind.

Da es im Nationalpark zu viele Nilpferde gibt, dürfen immer wieder einige gejagt und erschossen werden, sodass wir (ja auch Sylvia!) zum Abendessen Nilpferdeintopf gegessen haben. Das Fleisch war wirklich sensationell, wahrscheinlich das beste Fleisch, das wir bisher in Afrika gegessen haben, denn egal ob Rind, Schaf oder Ziege, zumeist war das Fleisch etwas „flaxig“, das Nilpferdfleisch, wir hatten für den ganzen Truck ein 5 kg Steak, war einfach unglaublich zart. Unverhofft kommt oft.

Danach haben wir drei Tage auf einem Hausboot am Lake Kariba verbracht, wo wir u.a. auch gefischt haben, nicht wirklich sehr erfolgreich, aber zumindest ein Tiger Fish (die haben sehr lange und extrem scharfe Zähne) war dabei. Außerdem haben wir eine Krokodilfarm mit ca. 100.000 Krokodilen besucht, das Krokodilsteak war sehr geil.

Seit gestern sind wir in Livingstone, d.h. auf der sambesischen Seite der Viktoriafälle. Heute morgen wollten wir einen Flug über die Fälle in einem Microlight Flieger (ein zweisitziger Drachenflieger mit Propeller hinten dran) machen, da es aber zu windig war, versuchen wir es morgen nochmal. Morgen machen wir dann auch noch einen Ausfug auf die Livingstone Insel zum devil’s pool, wo man direkt an der Kante der Fälle in einem kleinen natürlichen Pool schwimmen und hinunter schauen kann und danach fahren wir auf die Simbabwe Seite der Fälle, wo wir dann noch drei Nächte bleiben, um u.a. einen Lion Walk (man spaziert mit wilden, aber an Menschen gewöhnte Löwen durch den Busch, nur mit einem Stecken bewaffnet…). Wenn wir das alles überleben, melden wir uns wieder….

Endlich haben wir heute auch die Fotos von Uganda, Ruanda, Tansania und Sansibar hochladen können und last but not least von unserem heroischen Auftaktsieg in der EM Qualifikation gegen Kasachstan gelesen…

Bussi aufs Bauchi.



Tansania und Sansibar

2 09 2010

Von Ruanda aus haben wir die Grenze nach Tansania überquert und haben somit den Viktoria See umrundet. Die Route führte durch touristisch so gut wie gar nicht erschlossenes Gebiet mit entsprechend ruppigen Straßen, lokalem Essen und „basic“ Unterkünften. Die Qualität der Campingplätze variert nämlich ziemlich stark, manche haben beinahe westliches Niveau mit heißen Duschen, flushing toilets und tw. sogar (langsames) Internet, andere haben weder Strom noch fließendes Wasser. Unglaublich auch in welche Löcher wir schon gesch…..aut haben!

In der Nähe des Serengeti NP haben wir dann einen „night game drive“ und einen „morning game walk“ gemacht, was sich wie viele dieser optionalen Touren als ziemliche Verarschung herausgestellt hat. Bei der Nachtpirschfahrt ist nämlich nicht wirklich was zu sehen gewesen außer einem bushbaby (dass wir die eigentlich versprochenen „kills“ nicht sehen werden, haben uns die Guides gleich beim Einsteigen in den Jeep klargemacht) und als dann nach rund 30 Minuten auch noch der Jeep den Geist aufgegeben hat, war es sowieso vorbei…wenigstens haben wir später die Kohle zurückbekommen. Der morgendliche Rundgang war dann auch keine Tierbeobachtung sondern eine Art Pflanzenlehrpfad….zwar interessant, aber anders als angekündigt, aber darauf muss man sich in Afrika halt einstellen.

Die Serengeti war dann dafür wirklich saugeil. Anfangs wollte natürlich jeder Löwen sehen, nach dem 30. ist es dann aber schon fast langweilig geworden….Wir haben fast ausschließlich Löwinnen und Jungtiere gesehen, die dafür aber sehr nahe, z.B. eine Gruppe mit rund 20 Tieren am Ufer eines kleinen Flusses, wo sie Reste eines Beutetiers gefressen haben. Eine Löwin haben wir direkt bei der      Jagd beobachtet. Sie hat es am Rande eines kleinen Teiches, in dem Elefanten gebadet haben und Krokodile geschwommen sind, auf ein paar Gazellen abgesehen und hat sich sogar unter den Jeeps versteckt, bevor sie dann einen leider erfolglosen Versuch gestartet hat, eine Gazelle zu erlegen…aber auch einen kill attempt sieht (und filmt – leider zu groß, um das Video hochzuladen) man nicht jeden Tag. Auch einige Geparden haben wir gesehen, von Giraffen, Zebras, Gnus, Hyänen, etc. sprechen wir gar nicht mehr….

Der Ngorongoro Crater war auch ein Erlebnis, auf fast 2500m war es in der Nacht schweinekalt im Zelt, dafür war die Fahrt rauf bzw. runter vom Kraterrand eine Fahrt durch die diversen Vegetationszonen, von Wüste bis Urwald war alles dabei. Im Krater haben wir dann wieder einmal ein paar Löwen (sie lagen im Rudel auf der Lauer und hatten ein paar Büffel umkreist, wir hatten aber leider nicht genug Zeit, um einen Angriff abzuwarten) und Geparden gesehen, der Höhepunkt war aber ein voll ausgefahrener, alter Elefantenpenis…..sehr imposant! Von den Big 5 fehlt uns noch der Leopard, der uns hoffentlich noch irgendwo über den Weg laufen wird.

Auf der Weiterfahrt nach Dar e Salam kamen wir auch in der Nähe vom Kilimanjaro vorbei, man konnte ihn hinter dicken Wolken aber bestenfalls erahnen. Von Dar e Salam fuhren wir mit der Fähre nach Sansibar und haben den ersten Tag in Stone Town verbracht und dort eine Gewürz Tour gemacht, die zwar sehr touristisch aber durchaus interessant war, immerhin wissen wir jetzt wo der Pfeffer wächst. Am Abend haben wir am Fischmarkt einen Haufen Seafood verdrückt, was sich am nächsten Tag am Strand leider rächen sollte, denn Christian wurde krank mit Schüttelfrost, leichtem   Fieber, Kopf- und Gelenksschmerzen, eigentlich alles Anzeichen für Malaria, nachdem es am nächsten Tag aber wieder komplett vorbei war, war es wohl doch der Fisch.

Der Strand war jedenfalls sehr genial, das Wasser türkis und warm, die beiden Tauchgänge waren aber eher nur mitelmäßig, dafür haben wir aber die ersten Unterwasserfotos geschossen. In Sansibar mussten wir uns auch vom Großteil unseres Trucks verabschieden, insbesondere von Natalie und Ruddy, dem besten Spanischlehrer ever!

In einem neuen Truck und mit einigen neuen Leuten geht es nun Richtung Südafrika. Vorgestern haben wir die Grenze nach Malawi überquert und bleiben jetzt drei Tage am Lake Malawi.

Bald ist dann auch Halbzeit unserer Trucktour! In den letzten Tagen hatten wir einige lange Fahrtage, in denen wir viel Lesen, Musik hören und Spanisch lernen, denn oft sind lange Distanzen zu überbrücken und die Straßen haben nicht unbedingt die Qualität der Südautobahn, tw. zwar von der Strabag gebaut, aber halt afrikanisch…(d.h. da ist einiges an up-side Potential…wie beim Aktienkurs der Strabag!). Es macht aber trotzdem noch großen Spaß und wir erleichtern uns unser Camperleben immer wieder mal durch die eine oder andere Nacht in einem Bett, sodass wir bisher fast 1/3 der Nächte im Bett geschlafen haben.

Auch die Häufigkeit und die Qualität des Internets ist leider afrikanisch, sodass wir nicht immer alle Emails, Blogkommentare und Facebooknachrichten beantworten können, nichtsdestotrotz freuen wir uns über alle Nachrichten…Fotos kommen ’natürlich auch wieder neue,  aber heute in diesem bescheidenen Internetcafe koennen wir sie nicht hochladen….



Ruanda

2 09 2010

Seit unserem letzten Blog Eintrag hat sich einiges getan, denn mittlerweile sind wir in Malawi und haben u.a. die Berggorillas, die Serengeti, den Ngorongoro Crater und Sansibar hinter uns gebracht, aber der Reihe nach:

Die letzten Tage in Uganda haben wir mit einer Sunset Kanu Booz Cruise (Sauftour) am Lake Victoria, dem Besuch einer Schimpansen Aufzuchtstation und im Queen Elisabeth NP verbracht, wo wir im Kazinga Channel jede Menge Nilpferde und auch ein paar Krokodile und Elefanten gesehen haben. Am Weg dorthin haben wir auch einen Stop am Äquator eingelegt. Danach sind wir durch wunderschöne Hügellandschaften mit Tee- und Bananenplantagen nach Ruanda gefahren, da wir unser Gorilla Trek Permit für den Parc de Volcanos in Ruanda erhalten haben. Vor den Gorillas haben wir noch das Völkermordmuseum in Kigale besucht. 1994 sind ja mehr als eine Million Tutsis unter den Augen der UNO und der Weltöffentlichkeit von den Hutus abgeschlachtet worden und auch wenn man die Bilder aus dem Fernsehen kannte, ist es vor Ort doch noch bedrückender (und es wird einem auch klar, dass quasi vor unserer Haustür am Balkan etwas sehr Ähnliches passiert ist). Andererseits ist es aber auch beeindruckend, dass es seither anscheinend sehr friedlich zugeht und die Trennung der beiden Volksgruppen weitestgehend nicht mehr gelebt wird.

Von Ruhengeri aus haben wir dann die Berggorillas besucht, die hier im Grenzgebiet Uganda, Ruanda und Kongo auf den bis zu 4500m hohen Vulkanen leben. Die Gorillas sind recht leicht zu finden, denn sie werden von 2 Spähern den ganzen Tag bis zum Nachtquartier begleitet und dort am nächsten Tag wieder gesucht. Insgesamt gibt es mittlerweile wieder über 700 Berggorillas und die Zahl steigt langsam aber stetig an, was dazu führt, dass der zur Verfügung stehende Lebensraum allmählich zu klein wird, v.a. auch weil die lokalen Bauern immer mehr Ackerland benötigen, was durch Mauern nun aber verhindert wird. Wilderei ist anscheinend kein Problem mehr, der letzte Gorilla wurde 2002 getötet. In Uganda gibt es 18 Gorillagruppen, von denen 8 für Touristen zugänglich sind. Diese 8 Gruppen werden täglich von max. 8 Touristen besucht und sind entsprechend an Menschen gewöhnt.

Wir haben die Gruppe „Ugenda“  besucht, die aus 18 Gorillas, darunter 3 Silberrücken und ein 2 Monate altes Baby, bestand. Wir hatten Glück und der Trek bis zu den Gorillas dauerte nur rund 1 ½ Stunden und war durch relativ flaches Gelände im nicht zu dichten Dschungel. Offiziell muss man einen Abstand von 7 Metern zu den Gorillas halten, die Guides sehen das aber etwas gelassener und die Gorillas wissen davon schon gar nichts, wenn sie durch den Dschungel marschieren, sodass uns einer fast auf die Zehen gestiegen ist.  Die Gorillas tun außer fressen ja kaum etwas, dennoch ist es unglaublich faszinierend ihnen dabei zuzusehen und wenn sich dann der Silberrücken erhebt und durch den Dschungel schreitet ist das pures Gänsehautfeeling. Die Gorillas sind uns so unglaublich ähnlich und so friedlich, und vor allem die Gorillamama mit ihrem 2 Monate altem Baby war das Highlight schlechthin….aber seht euch die Fotos an!

Ruanda, das Land der 1000 Hügel, hat eine fruchtbare und wunderschöne Landschaft und man merkt stark den Einfluss der ehemaligen belgischen Kolonialherrschaft, denn anders als in allen anderen Ländern, die wir bisher bereist haben, spricht man hier verbreitet französisch, fährt auf der richtigen Straßenseite und hat die richtigen Steckdosen. Außerdem sind in Ruanda Plastiksackerl verboten, sodass es recht sauber ist. Anders als in vielen Gegenden in Kenia und Uganda, die wir gesehen haben, wohnen die meisten Menschen in festen, gemauerten Häusern, was aber sicher auch an den  kälteren Klimabedingungen liegt, denn die Menschen sind natürlich auch hier sehr arm und von den USD 500,- pro Gorillatrek kommen angeblich nur 5% direkt der lokalen Bevölkerung zu Gute, der Rest geht ins Staatsbudget…

Das ganze Leben scheint sich auf der Straße abzuspielen, es ist unglaublich, wie viele Menschen und v.a. Kinder irgendwo hingehen oder Obst, Gemüse und Tiere auf ihren Fahrrädern transportieren. Am Sonntag haben sich viele auch besonders herausgeputzt und sind in die Kirche gegangen. Nirgends zuvor haben wir auch so oft das Wort „Mzungu“ gehört, was soviel wie „Weißer“ bedeutet (und nicht negativ gemeint ist) die lokale Bevölkerung war aber sehr interessiert, v.a. als wir in lokalen Restaurants mit Einheimischen Ziegenfleisch Spieß mit Pommes gegessen haben (ja, auch Sylvia!) und wir wurden auch auf Zigaretten und Bier eingeladen, nachdem wir uns am Billard Tisch Respekt erkämpft hatten… Lustig ist es auch wenn kleine Kinder Angst bekommen, wenn sie Mzungus sehen…frei  nach unserem Kinderspiel „Wer hat Angst vorm weißen Mann?“