Seit unserem letzten Blog Eintrag hat sich einiges getan, denn mittlerweile sind wir in Malawi und haben u.a. die Berggorillas, die Serengeti, den Ngorongoro Crater und Sansibar hinter uns gebracht, aber der Reihe nach:
Die letzten Tage in Uganda haben wir mit einer Sunset Kanu Booz Cruise (Sauftour) am Lake Victoria, dem Besuch einer Schimpansen Aufzuchtstation und im Queen Elisabeth NP verbracht, wo wir im Kazinga Channel jede Menge Nilpferde und auch ein paar Krokodile und Elefanten gesehen haben. Am Weg dorthin haben wir auch einen Stop am Äquator eingelegt. Danach sind wir durch wunderschöne Hügellandschaften mit Tee- und Bananenplantagen nach Ruanda gefahren, da wir unser Gorilla Trek Permit für den Parc de Volcanos in Ruanda erhalten haben. Vor den Gorillas haben wir noch das Völkermordmuseum in Kigale besucht. 1994 sind ja mehr als eine Million Tutsis unter den Augen der UNO und der Weltöffentlichkeit von den Hutus abgeschlachtet worden und auch wenn man die Bilder aus dem Fernsehen kannte, ist es vor Ort doch noch bedrückender (und es wird einem auch klar, dass quasi vor unserer Haustür am Balkan etwas sehr Ähnliches passiert ist). Andererseits ist es aber auch beeindruckend, dass es seither anscheinend sehr friedlich zugeht und die Trennung der beiden Volksgruppen weitestgehend nicht mehr gelebt wird.
Von Ruhengeri aus haben wir dann die Berggorillas besucht, die hier im Grenzgebiet Uganda, Ruanda und Kongo auf den bis zu 4500m hohen Vulkanen leben. Die Gorillas sind recht leicht zu finden, denn sie werden von 2 Spähern den ganzen Tag bis zum Nachtquartier begleitet und dort am nächsten Tag wieder gesucht. Insgesamt gibt es mittlerweile wieder über 700 Berggorillas und die Zahl steigt langsam aber stetig an, was dazu führt, dass der zur Verfügung stehende Lebensraum allmählich zu klein wird, v.a. auch weil die lokalen Bauern immer mehr Ackerland benötigen, was durch Mauern nun aber verhindert wird. Wilderei ist anscheinend kein Problem mehr, der letzte Gorilla wurde 2002 getötet. In Uganda gibt es 18 Gorillagruppen, von denen 8 für Touristen zugänglich sind. Diese 8 Gruppen werden täglich von max. 8 Touristen besucht und sind entsprechend an Menschen gewöhnt.
Wir haben die Gruppe „Ugenda“ besucht, die aus 18 Gorillas, darunter 3 Silberrücken und ein 2 Monate altes Baby, bestand. Wir hatten Glück und der Trek bis zu den Gorillas dauerte nur rund 1 ½ Stunden und war durch relativ flaches Gelände im nicht zu dichten Dschungel. Offiziell muss man einen Abstand von 7 Metern zu den Gorillas halten, die Guides sehen das aber etwas gelassener und die Gorillas wissen davon schon gar nichts, wenn sie durch den Dschungel marschieren, sodass uns einer fast auf die Zehen gestiegen ist. Die Gorillas tun außer fressen ja kaum etwas, dennoch ist es unglaublich faszinierend ihnen dabei zuzusehen und wenn sich dann der Silberrücken erhebt und durch den Dschungel schreitet ist das pures Gänsehautfeeling. Die Gorillas sind uns so unglaublich ähnlich und so friedlich, und vor allem die Gorillamama mit ihrem 2 Monate altem Baby war das Highlight schlechthin….aber seht euch die Fotos an!
Ruanda, das Land der 1000 Hügel, hat eine fruchtbare und wunderschöne Landschaft und man merkt stark den Einfluss der ehemaligen belgischen Kolonialherrschaft, denn anders als in allen anderen Ländern, die wir bisher bereist haben, spricht man hier verbreitet französisch, fährt auf der richtigen Straßenseite und hat die richtigen Steckdosen. Außerdem sind in Ruanda Plastiksackerl verboten, sodass es recht sauber ist. Anders als in vielen Gegenden in Kenia und Uganda, die wir gesehen haben, wohnen die meisten Menschen in festen, gemauerten Häusern, was aber sicher auch an den kälteren Klimabedingungen liegt, denn die Menschen sind natürlich auch hier sehr arm und von den USD 500,- pro Gorillatrek kommen angeblich nur 5% direkt der lokalen Bevölkerung zu Gute, der Rest geht ins Staatsbudget…
Das ganze Leben scheint sich auf der Straße abzuspielen, es ist unglaublich, wie viele Menschen und v.a. Kinder irgendwo hingehen oder Obst, Gemüse und Tiere auf ihren Fahrrädern transportieren. Am Sonntag haben sich viele auch besonders herausgeputzt und sind in die Kirche gegangen. Nirgends zuvor haben wir auch so oft das Wort „Mzungu“ gehört, was soviel wie „Weißer“ bedeutet (und nicht negativ gemeint ist) die lokale Bevölkerung war aber sehr interessiert, v.a. als wir in lokalen Restaurants mit Einheimischen Ziegenfleisch Spieß mit Pommes gegessen haben (ja, auch Sylvia!) und wir wurden auch auf Zigaretten und Bier eingeladen, nachdem wir uns am Billard Tisch Respekt erkämpft hatten… Lustig ist es auch wenn kleine Kinder Angst bekommen, wenn sie Mzungus sehen…frei nach unserem Kinderspiel „Wer hat Angst vorm weißen Mann?“